Wunschtermin für mein Test-Webinar?

Ich bereite gerade kostenpflichtige Webinare vor (wie angekündigt). Webinare sind Online-Seminare. Im Unterschied zu Videos sind der Vortragende und auch die Zuhörer direkt mit dabei. Sie können also Fragen stellen und am Ende diskutieren, kritisieren und Wünsche äußern. Wie bei Universitäts-Seminaren können die Teilnehmer eine PowerPoint-Präsentation und den Dozenten (via Webcam) betrachten, während der Dozent über ein Thema referiert. Ebenso sind Wortmeldungen möglich. Die Technik steht bereit. Mir fehlt nur noch eine Leinwand als Hintergrund, damit ich professioneller wirke als vor dem Schrank von meiner Urgroßmutter aus der Kolonialzeit. Auch wenn er mir persönlich gut gefällt – aber um mich gehts ja nicht.

Davon abgesehen müsste alles passen. Und da kommt ihr ins Spiel. Ich möchte ein kostenloses Test-Webinar an einem Termin veranstalten, den ihr gerne vorschlagen könnt; also Wochentag und Uhrzeit. Ihr braucht an jenem Termin dann lediglich meine Akademie beim Anbieter edudip.com zu besuchen und im Test-Webinar reinzuschauen. Dann können wir Mann zu Mann, Frau zu Mann reden, ohne dass ihr irgendwohin fahren und einen Vortrag von mir besuchen musst.

Meine bisherigen Vorträge geben einen Eindruck, wie der Inhalt aussehen könnte. Ich bemühe mich verstärkt, alles allgemeinverständlich vorzutragen. Dr. Frank Schulze von der Gesellschaft für Kritische Philosophie meinte, dass meine Vorträge bereits allgemeinverständlich sind und ich das Niveau für den nächsten (Real-)Vortrag bei der GKPN nicht weiter senken brauche. Ich habe auch schon von jungen Lesern positive Rückmeldungen über meine YouTube-Vorträge erhalten. Offenbar kann man sie also zumindest als Gymnasiast nachvollziehen.

Da ich gerade an einer Erweiterung des hiesigen Ästhetik-Bereichs arbeite, möchte ich das Test-Seminar über das Thema machen. Es geht also um die Frage, was Kunst ist und wozu sie im menschlichen Leben dient. Diesmal nur aus Sicht der objektivistischen Kunsttheorie (bei mehrteiligen Seminaren würde ich auch andere Ansätze vorstellen). Ich werde extra für das Seminar eine Präsentation erstellen und es gibt auch passende Gemälde zu sehen. Ich gehe davon aus, dass alles klappt, hat es bislang auch, aber wie gesagt: Es ist ein Test.

https://www.edudip.com/academy/feuerbringer

Da Webinare in der Regel Kurse sind, in denen man keine Bildung, sondern praktische Fähigkeiten (wie mache ich Socia-Media-Marketing, etc.) vermittelt bekommt, ist mein Projekt mal wieder eine echte Pionierleistung. Bei mir geht es nämlich um Bildung.

Die Dauer des Test-Seminars beträgt 45 Minuten. Länger ist es noch nicht möglich, bis ich für die Webinare bezahle (und somit die Teilnehmer). Irgendein Wunschtag, bevorzugte Uhrzeit? Könnt ihr in den Kommentarbereich unten schreiben oder via Mail an mich: feuerbringer(at)hotmail.de. Auch interessiert mich, was ihr von der Idee haltet?

Siehe auch Wikipedia: Webinar

Kant ist schuld

“Darin ist jedermann einig, daß Genie dem Nachahmungsgeiste gänzlich entgegen zu setzen sei. Da nun Lernen nichts als Nachahmen ist, so kann die größte Fähigkeit, Gelehrigkeit (Kapazität), als Gelehrigkeit, doch nicht für Genie gelten.” – Immanuel Kant: Kritik der Urteilskraft, A 181/B 183

“Niemand kann irgendetwas von Wert erreichen, falls er tatsächlich nicht derivativ vorgeht. Nur, indem wir die Errungenschaften der Vergangenheit zu beherrschen lernen und sie dann ergänzen, können wir noch weiter gehen. Auf jedem anderen Gebiet wird diese Wahrheit anerkannt. Ohne das Wissen der Vergangenheit sind wir zu ewiger Primitivität verurteilt.”

“Hätten Bach, Beethoven und Mozart ihre Meisterwerke komponieren können, wenn niemand zuvor Tonleitern und Quintenzirkel entdeckt hätte? Bedeutet dies, dass jene musikalischen Giganten auch nichts weiter als derivativ waren?”

- Fred Ross: Der große Kunstschwindel des 20. Jahrhunderts (PDF)

Sterbehilfe-Debatte: Worum geht es überhaupt?

Nach einigen Talkshows zum Thema Sterbehilfe bleibt die Frage offen, worüber da gesprochen wird? Um die rechtliche Situation, um mögliche Gesetzesänderungen, ging es in den Talkshows nur am Rande oder gar nicht. Stattdessen lernte man einige Betroffene und deren Angehörige kennen. Begleiter von schwerkranken Menschen berichteten über ihre Erfahrungen. Manche finden, man sollte so, andere man sollte anders mit dem Sterben umgehen. Die individuelle Selbstbestimmung über das Lebensende wurde nur selten explizit angegriffen. Das ist alles ganz interessant, nur könnte man immer darüber reden. Man hätte auch in einem anderen Jahrhundert oder Jahrtausend diese Debatte führen können.

Warum ist das überhaupt gerade ein Thema? Continue reading

Wer hats geschrieben?

 Die Schweizer? Nein.

(Ergänzung unten)

Uwe-Christian Arnold erhielt “Unterstützung” von Michael Schmidt-Salomon bei der Verfassung seines Buches über die Sterbehilfe: Letzte Hilfe. Ein Plädoyer für das selbstbestimmte Sterben. Worin mag diese Unterstützung bestanden haben? Ein Blick auf den Stil gibt Aufschluss:

“Lobbyisten der Pharmaindustrie”, “Feigheit vor dem Patienten”, “im Unterschied zu all den Politikern [...] weiß ich, wovon ich spreche”, “als treibende Kräfte sind hier in erster Linie die christlichen Kirchen zu nennen”, “Verrat an den Prinzipien des Rechtsstaats”, “ich klage die verfasste deutsche Ärzteschaft [...] an“. Continue reading

Moralische Überzeugung

(Antwort auf Kritik, Klarstellung unten) Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, sagte laut der Augsburger Allgemeinen, dass er seine krebskranke Frau wohl für Sterbehilfe in die Schweiz begleiten würde, obwohl dies “völlig” seiner Überzeugung widerspreche.

Schneider setzt vielleicht darauf, dass die Menschen Mitgefühl mit ihm haben werden, da er sich in einer schwierigen persönlichen Situation befindet. Und wenn man vor so einem Problem steht, dann… Ja, dann was? Dann kann man legitimerweise völlig entgegen seiner Überzeugung handeln?

Es gibt eine Möglichkeit, wie man das entschuldigen könnte, nämlich wenn sich der Kontext auf einmal völlig veränderte. Zum Beispiel kann ein Mensch gegen das Töten sein und dann doch aus Notwehr töten müssen – etwa, wenn er als Missionar in einem Krisengebiet tätig ist und irgendeine Bande Zivilisten umbringt, wie in Rambo 4.

Allerdings ist das hier nicht Rambo 4. Die Ablehnung von Sterbehilfe seitens der Evangelischen Kirche bezieht sich explizit auf die Lage hier bei uns und explizit auf genau solche Fälle wie dem von Nikolaus Schneider.

Die Leute mögen es als unnötig gnadenlos und hart ansehen, ihn jetzt dafür zu verurteilen. Aber es ist viel gnadenloser, dass er weiterhin die Sterbehilfe für andere Menschen ablehnt, die sich ja in einer ähnlichen Lage befinden wie er. Andere Menschen, deren Frauen an Krebs leiden und die Sterbehilfe in Anspruch nehmen möchten, denen untersagt es der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche. Für ihn gelten Sonderregeln. Das ist es, was “Macht” bedeutet. Würde sich ein kleiner Mitarbeiter der EKD so äußern oder gar wirklich Sterbehilfe für seine Frau beanspruchen, wäre er seinen Beruf wohl los.

Aber die meisten Menschen sind eben keine Moralphilosophen. Schneider hat sich bei der ethischen Orientierung größte Mühe gegeben und jetzt befindet er sich in einer Lage, die er mit seinem Weltbild selbst nicht mehr versteht.

Gut, nehmen wir einmal an, dass Nikolaus Schneider wirklich in völliger ethischer Aufrichtigkeit die Auffassung predigte, dass Sterbehilfe falsch ist. Nun hat er seine Meinung geändert, da er sie ja für seine Frau in Anspruch nehmen will. Also kann er sie nicht länger vertreten. Tut er aber. Weil die Kirche das so vorschreibt.

Man kann es drehen und wenden, wie man will, man kann Mitleid und Verständnis aufbringen bis zum Erbrechen – es führt kein Weg daran vorbei, dass die Position von Nikolaus Schneider in dieser Sache rücksichtslose Heuchelei ist, dass er sich selbst über andere stellt, dass er glaubt, dass Gottes Moral nur für andere gilt, aber nicht für ihn, dass er jeden noch so üblen Kompromiss eingeht, um seine Kirche und sich gut aussehen zu lassen – egal, was das für andere Menschen, die keine Ratsvorsitzenden sind, bedeutet.

Eine bestimmte Moral ist nur dann gut, wenn man mit ihr ein gutes Leben führen kann. Offenbar gilt das nicht für die Moral, welche die EKD predigt.

Antwort auf Kritik, Klarstellung

Es ist offenbar so: Die Frau von Nikolaus Schneider hat die Entscheidung getroffen, Sterbehilfe für sich in Anspruch zu nehmen, obwohl Schneider dagegen ist. Nun möchte er nachgeben und seine Frau in die Schweiz begleiten. Das hätte man im Artikel erheblich klarer formulieren können. Wozu braucht man die Medien, wenn man alles, was sie berichten, doppelt und dreifach nachrecherchieren muss, bevor man sich eine Meinung bilden kann? So kann eine gesellschaftliche Debatte nicht stattfinden. Nein, es ist nicht die Aufgabe der Leser und der Kommentatoren, die Arbeit der verantwortlichen Redakteure zu übernehmen.

Weiterhin bleibt der Widerspruch zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Die Kirche sagt das eine, der Ratsvorsitzende und seine Frau fühlen sich genötigt, das andere zu tun. Selbst hohe Kirchenfunktionäre können ihre eigene Ethik nicht leben. Warum gibt es diese moralische Zwickmühle überhaupt? Weil die Ethik, die Sterbehilfe ablehnt, weil wir angeblich Gott gehören, nicht wahr ist.

Schließlich kann man nicht das Selbstbestimmungsrecht der individuellen Frau anführen und mir eine Doppelmoral unterstellen, weil ich der Frau ihre Sterbehilfe nicht gönne. Individuelle Selbstbestimmung über das Leben und Sterben ist meine Ethik. Das ist nicht die Ethik der Kirche, noch die Ethik des Ratsvorsitzenden und ich würde mal wild spekulieren, nicht die Ethik der Frau des Ratsvorsitzenden der EKD. Natürlich denke ich, dass sie das Recht haben sollte, über ihren Tod zu bestimmen. Aber die Kirche nicht. Und dann machen es hohe Kirchenfunktionäre trotzdem mit, weil sie sich dazu genötigt fühlen. Wenn sie sich dazu genötigt fühlen, sehen sie dann nicht, dass ihre Ethik falsch ist?

Über die “selbstbestimmte” Rolle der Frau im Protestantismus wird man sich ferner nicht mit mir streiten wollen.

Mark Humphrys: Ist der Islam eine friedliche Religion?

“Meine Damen und Herren. Danke für die Einladung. Ich bin ein Atheist. Folglich werden viele Leute in der islamischen Gemeinschaft sagen, dass meine Argumente sowieso wertlos sind. Aber ich kann Ihnen versichern: Wenigstens bin ich nicht schwul.”

Der irische Blogger Mark Humphrys (unsere Kooperationsprojekte) in einer Ansprache vor Linken und Islamisten. Er weist auf eine hohe Zahl an islamisch motivierten Anschlägen hin sowie auf eine Reihe an Umfragen, die eine große Unterstützung für den Dschihad in der islamischen Welt aufzeigen. 300 Millionen Muslime stimmen ihm zufolge mit dem Dschihad überein. Darunter Mohammed. Außerdem meinte er, dass Religionen grundsätzlich nicht auf Vernunft und Belegen beruhen und wenn man das will, landet man bei der Wissenschaft und dem Atheismus.

Nach dem Vortrag hat die Mehrheit der Zuhörer trotzdem abgestimmt, dass der Islam eine Religion des Friedens ist.

Immerhin haben sie ihn nicht gesteinigt.

Wir gehören nicht Gott

Zwar finde ich die Selfie-Kampagne für die Legalisierung der freiwilligen Sterbehilfe der GBS geschmacklos und unfreiwillig komisch, aber in rasende Wut versetzt mich nur eines: Die Meinung von vielen Klerikern, dass wir nicht das Recht hätten, über unser eigenes Leben und somit Sterben zu bestimmen, weil wir Gottes Eigentum sind. Was Gott dazu sagt, wissen wir gar nicht. Selbst in der Bibel, die nicht von Gott direkt geschrieben wurde, steht nichts über Sterbehilfe-Richtlinien. Wir wissen nur, was bestimmte Menschen dazu sagen, die sich erdreisten, in seinem Namen zu sprechen. Schade, dass man solche Konflikte nicht in einem Ultimate-Fighting-Championship austragen kann.

Heinrich Bedford-Strohm ist der evangelische Landesbischof in Bayern. In einem Interview mit der Augsburger Allgemeinen äußert er sich zum Thema Sterbehilfe. Er warnt vor “organisierter und kommerzieller Sterbehilfe”, womit er sich an den Bodensatz des Ghettos der geistigen Unterschicht richtet, die sich vor dem Kapitalismus fürchtet. Wir kaufen unsere Lebensmittel in kapitalistischen Geschäften, aber für unseren Tod ist es uns zu schade, dass die Ärzte, die uns behandeln und die unseren Wunsch nach Erlösung aus einem Zustand unerträglichen Leides erhören, für ihre schwierige Aufgabe einvernehmlich entlohnt werden (= Kapitalismus). Ich hätte nicht einmal etwas gegen “kommerzielle” Sterbehilfe, im Gegenteil, aber die ist obendrein nur ein Schreckgespenst der Fremdbestimmungs-Lobby.

Auf jeden Fall sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Nikolaus Schneider, dass er seine krebskranke Frau wohl für Sterbehilfe in die Schweiz begleiten würde, obwohl dies “völlig” seiner Überzeugung widerspreche.

Handeln Kleriker immer “völlig” gegen ihre Überzeugung? Es ist zwar völlig gegen meine Überzeugung, Menschenhandel zu betreiben, aber hin und wieder verkaufe ich schon einmal eine Frau oder ein Kind. Der Mensch ist eben ein unvollkommenes, sündiges Wesen! Dagegen kann man gar nichts machen – auch, wenn es gegen meine Überzeugung ist!

So eine dreiste Unverschämtheit, so etwas überhaupt zu äußern, es treibt mich zur Weißglut! Eure Ethik, eure Überzeugungen sind offenbar keinen Pfifferling wert, wenn es darauf ankommt! Wenn man persönlich betroffen ist, dann kann man sich eine göttliche Moral wohl nicht mehr leisten, wie? Wenn ich jetzt Thors Hammer hätte, ich garantiere für nichts!

Und jetzt der Kommentar von Bedford-Strohm dazu: “Schneider hat an keiner Stelle die Position der EKD, die ja auch seine eigene ist, in irgendeiner Weise aufgeweicht. Er sagt heute wie früher, dass er aktive Sterbehilfe oder eine organisierte und erst recht kommerzialisierte Hilfe zum Sterben ablehnt.”

So etwas nennt man “Heuchelei”. Man nimmt für sich und seine Lieben Sterbehilfe in Anspruch, aber man verbietet es anderen Menschen im Namen Gottes.

Die irrationalen Ideen der Kirchen kann man als Mensch nicht leben. Das ist einer von vielen Belegen. Dass wir uns und jene, die wir lieben, für Gott aufopfern sollen, wird ein Mensch mit Selbstvertrauen, der sein Leben liebt, nicht umsetzen. Natürlich sollte er dann andere Menschen ebenfalls gewähren lassen.

Landesbischof: “Es sollte keine organisierte Sterbehilfe geben” – weiter lesen auf Augsburger-Allgemeine: http://www.augsburger-allgemeine.de/politik/Landesbischof-Es-sollte-keine-organisierte-Sterbehilfe-geben-id31606172.html

Deine Kampagne gehört mir!

Ich gebe zu, dass die Idee, ein Selfie von sich zu machen, auf dem man tot aussieht und das Bild dann einer Sterbehilfe-Kampagne zu übermitteln, einen gewissen Kultfaktor hat. Das könnte direkt aus einem Monty-Python-Film stammen (und da MSS ein großer Fan von der Truppe ist, dürfte das in der Tat der Einfluss sein). Es hat auch etwas extrem Dekadentes – es ist die Art von Sache, die eine Gesellschaft direkt vor ihrem Zusammenbruch macht. Am besten, ihr fertigt auch Selfies von euren toten Freunden und Brüdern und Schwestern und Eltern an und teilt die dann mit den Kollegen und mit dem Rest der Welt! Es hat so etwas von dem Film “Idiocracy”, in dem die Durchschnittsintelligenz der Gesellschaft unter den Gefrierpunkt gesunken ist.

Auf jeden Fall werde ich die Kampagne eine Runde parodieren. Ihr könnt meine satirischen Plakate gerne mit einem Link zum Blog teilen, was mich angeht. Die Bilder darauf habe ich entweder selbst gezeichnet oder man darf sie frei verwenden. Bildquelle für das erste Plakat: http://morguefile.com/archive/display/905679, Lizenz M. Die Katze stammt von hier: http://morguefile.com/archive/display/866404, Lizenz M

Sterbehilfe-Finger-AM

Dein-Ende-Gehoert-Mir
Sterbehilfe-Katze

Fotografiere dein totes Gesicht

Denn nur der jeweilige Mensch – nicht der Staat, nicht die Kirche, nicht die Ärzteschaft – hat das Recht zu bestimmen, was für ihn eine würdige Existenz bedeutet. In einem demokratischen Rechtsstaat ist der einzelne Mensch der absolute Souverän seines eigenen Lebens. Die Achtung der Menschenwürde hängt daher entscheidend davon ab, inwieweit der Staat dem Selbstbestimmungsrecht des Individuums Rechnung trägt.

Das würde ich genau so unterschreiben, wie es auf der Website zur Kampagne “Letzte Hilfe” der Giordano Bruno Stiftung steht. Würde man die Idee natürlich ernst nehmen, dass jeder Mensch sich selbst gehört, dann könnte Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon in seinen Büchern keine stärkere Umverteilung von Eigentum fordern. Denn wenn wir uns selbst gehören, dann gehören uns natürlich auch die Werte, die wir produziert haben. Er könnte sich dann nicht länger von Liberalen, Libertären und so komischen Leuten wie Philosophen distanzieren, die auf eine so abwegige Idee kommen, Ideen ernst zu nehmen. Man kommt viel schneller ins Fernsehen, wenn man irgendwelche Ideen zusammenbraut, die gerade diskutiert werden – auch wenn sie gar nicht zusammenpassen. Continue reading

Meine Bücher bei Kindle Unlimited

Kindle-Unlimited

Vier meiner sechs Bücher sind jetzt bei Kindle Unlimited enthalten:

Sire! – führen Sie die Aufklärung ein!

Ist der Wald endlich tot?

Der Westen. Ein Nachruf

Terry Rotter und das Feuer der Freiheit

Wie Amazon es ausdrückt:

“Mit Ihrem Kindle Unlimited Abonnement profitieren Sie vom unbegrenzten Zugriff auf über 650.000 Titel auf jedem Gerät oder in allen Kindle Lese-Apps für lediglich 9,99 € im Monat.”

Man zahlt also rund 10 Euro im Monat und kann dafür aktuell 650 000 Bücher lesen, wann immer man möchte. Darunter vier von meinen Büchern. Wem meine Buchpreise also zu hoch sind – hier ist eine Möglichkeit, wie ihr unter Umständen günstiger herankommt (je nachdem, wie viel ihr lest).

Zum Angebot

(Hinweis: Leider wird aktuell bei meinem Amazon-Autorenprofil auch das Buch “Nebelfelder des Geldsystems” angezeigt. Dieses Buch stammt nicht von mir, sondern von einem anderen Andreas Müller. Ich habe Amazon diesbezüglich benachrichtigt.)

Meine Ideen gehören mir!

Update: Die Kampagne will Assoziationen mit der Kampagne “Mein Bauch gehört mir” wecken. Ich habe da wohl zu logisch gedacht. “Mein Ende gehört mir” folgt aus “Dein Leben gehört dir”, weil das Sterben zum Leben gehört. Es folgt nicht aus einem Bauch, der einem gehört. Da jedoch die GBS überhaupt nicht der Meinung ist, dass wir der Eigentümer unseres eigenen Lebens sind, denkt man an die noch höhere Umverteilung, die Michael Schmidt-Salomon fordert, ergibt die Assoziation mit meinen liberalen Ideen tatsächlich keinen Sinn. Diese marxistischen Ideen mit meinen Ideen in Verbindung zu bringen ist so, als würde man eine Krankheit mit ihrem Heilmittel gleichsetzen. Also: Mea Culpa.

Andererseits hat die Gegenüberstellung, wie der hiesige Kommentator Meier anmerkte, eine weitere Aussage: Die Giordano Bruno Stiftung fokussiert sich mit der PR-Arbeit für Abtreibung und Sterbehilfe auf den Tod. Über das gute Leben hat sie nichts Vernünftiges zu sagen. Objektivisten fokussieren sich auf das Leben und behandeln Abtreibung und Sterbehilfe als Randthemen.

Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne (Bild: Giordano Bruno Stiftung)

Aktuelles Plakat der Giordano Bruno Stiftung für die Sterbehilfe-Kampagne, 2014 (Plakat: Giordano Bruno Stiftung)

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller

Dein Leben gehört dir! Vortrag von Andreas Müller von 2013. (Plakat: Andreas Müller)

 

 

Unsinn ist kein akademisches Fachgebiet

Frage eines Studenten während einer Vorlesung des objektivistischen Philosophen Leonard Peikoff, sinngemäß: “Wie kann man durch Philosophie seinen Körper verlassen und in eine höhere Sphäre des Daseins aufsteigen?”

Peikoff antwortete, dass man das grundsätzlich gar nicht kann. Philosophie ist ein akademisches Fachgebiet, das bestimmte Fragen beantworten, das Wissen erlangen möchte. Es dient nicht dazu, in höhere Sphären des Daseins aufzusteigen. Das ist so, als würde man einen Historiker fragen, wie man durch das Studium der Geschichte in die Zeit zurückreisen und Hitler töten kann, bevor er den Krieg anfängt. Oder, als würde man einen Physiker fragen, wie viel Gammastrahlung man braucht, um zum Hulk zu mutieren. Continue reading

Kinder als Menschen erziehen

Wie erzieht man Kinder, dass sie die höchste Stufe der ethischen Entwicklung erreichen (Stufe 6 im Kohlberg-Schema)?

6. Stufe – Die Orientierung am universalen ethischen Prinzip: Die sechste Stufe wird schließlich nur noch von weniger als 5 % der Menschen erreicht. Hierbei wird die noch diffuse Begründung von Normen der fünften Stufe verlassen. Die Moralbegründung orientiert sich jetzt am Prinzip der zwischenmenschlichen Achtung, dem Vernunftstandpunkt der Moral. Das richtige Handeln wird mit selbstgewählten ethischen Prinzipien, die sich auf Universalität und Widerspruchslosigkeit berufen, in Einklang gebracht, wobei es sich also nicht mehr um konkrete moralische Regeln, sondern um abstrakte Prinzipien handelt. Konflikte sollen argumentativ unter (zumindest gedanklicher) Einbeziehung aller Beteiligten gelöst werden.

Man sollte Kinder nicht behavioristisch erziehen – durch Belohnungen und Strafen, damit das Kind die eigenen Ziele der Eltern erreicht. Vielmehr muss man die Kinder als Subjekte mit eigenem Willen und eigenen Bedürfnissen respektieren, die eigene Entscheidungen treffen und eigene Fehler machen. Man sollte sie weder autoritär, noch anti-autoritär erziehen. Bei der autoritätsgeprägten Erziehung geht man davon aus, dass man Kinder beherrschen oder von ihnen beherrscht werden sollte. Die autoritäre Haltung macht aus den Kindern moralische Krüppel, die nie herausfinden, was sie selbst möchten, was sie selbst für richtig halten – sondern die sich nur den Konventionen unterordnen. Sie fühlen sich ihr Leben lang fremdbestimmt, orientieren sich an Belohnungen und Strafen, aber sie fühlen sich nicht wie richtige Menschen. Das erklärt die konservativen Arbeitgeber, die ihre Arbeitnehmer als Untergebene ansehen, die Befehle ausführen sollen und Bewerber als Bittsteller – und nicht als autonome Handelspartner, die sich in einer respektvollen Beziehung des Gebens und Nehmens zum Arbeitgeber befinden. Und die Arbeitnehmer, die sich das gefallen lassen. Die Meister-und-Sklave-Beziehung ist typisch für kollektivistische Kulturen, die Menschen zu Teilen im “großen Ganzen” reduzieren, die durch andere Teile ersetzt werden können.

Die Beziehung zwischen Eltern und Kindern sollte von gegenseitigem Respekt geprägt sein. Wie das geht, erklärt Roslyn Ross in diesem Vortrag mit Beispielen, wie sie mit ihrem eigenen Kind umgeht.

Ihre Website: http://roslynross.blogspot.de

Öko-Kinderfilme werden uns vernichten

…oder jedenfalls sind sie ganz schön blöde. Beispiele:

Rio 2

Schon wieder eine Variante von Avatar, Der mit dem Wolf tanzt, Fern Gully und tausend anderen Filmen mit bösen Naturzerstörern und einer guten, idyllischen, harmonischen Natur mit unglaublich wohlhabenden Bauern (in dem Fall Vögeln), die nie arbeiten müssen. In Rio 2 kämpfen Paradiesvögel und ein paar Hippies gegen böse Holzfäller. Weil: Holz fällen ist böse. Vor allem, wenn man es illegal macht (und “illegal” wird definiert von den korrupten, kaputten Regierungen in diesen Ländern). Also werden die Bagger zerstört, die Holzfäller verjagt. Das reicht aber noch nicht. Holz fällen ist so total böse, dass der Oberholzfäller es verdient, am Ende des Films lebendig von einer Schlange gefressen zu werden. Da lernen die Kinder noch was. Industrie schlecht, ungenutzte Natur gut. Das eröffnet Karrieremöglichkeiten für die Kleinen. Continue reading